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Neue Perspektiven zum Pferdewohl

Interessantes Webinar zu aktuellen Forschungsprojekten

Am Online-Seminar Besseres Wissen über Pferde wurde am Mittwoch 21. Juni vertieften Einblick in Forschungsprojekte gegeben, die von der Stiftung Pro Pferd unterstützt werden. Es waren neue Perspektiven zum Wohl des Pferdes. Laura Stange referierte über ihre letzten Dezember abgeschlossene Studie zum Headshaking-Syndrom und betonte, dass dem komplexen Krankheitsbild unterschiedlichste Ursachen zugrunde liegen können. Jedes Pferd müsse deshalb individuell betrachtet und abgeklärt werden. Immerhin: in ihrer Arbeit liess sich kein Zusammenhang zwischen Reiter*in und Headshaking-Syndrom nachweisen. Mit der objektiven Quantifizierung von Schmerzen bei Pferden mittels PaintTrace® beschäftigt sich Stephanie von Ritgen. Sie zeigte anschaulich, wie Pferdebesitzerinnen und Pferdebesitzer erkennen, wenn es ihren Pferden nicht gut geht. Doch diese Beobachtungen lassen keine Aussagen über die Quantität des erkennbaren Unwohlseins zu. Wie stark ein Schmerz tatsächlich ist, wird deshalb anhand der elektrodermalen Aktivität gemessen. Als Reaktion auf Schmerzreize verändert sich das autonome Nervensystem und erzeugt Spannungen, die sich mit Geräten wie PaintTrace® messen lassen. Stephanie von Ritgen ist nun daran, diese aus der Humanmedizin bekannte Messmöglichkeit auf das Pferd anzupassen und das PaintTrace®-Gerät dafür zu validieren. Das ist aufwendige Kleinarbeit und noch müssen zahlreiche Pferde ausgewertet werden, um eine statistische Analyse der Daten durchführen zu können. Letztlich spannte Selma Latif den Bogen von der Forschung in die Praxis und referierte zu Überlegungen zum Reitersitz (siehe Bild oben von Selma Latif). Das hoch emotionale Thema brachte sie gekonnt auf den Punkt, gilt es doch zum Wohl des gerittenen Pferdes die wissenschaftliche Perspektive und die Perspektive von Reiterin und Reiter zusammen zu bringen. Laftif verwies auf die Bedeutung des Basissitzes. Dieser erzeugt die erforderliche Stabilität im Sattel, wofür die Position des Beckens, die vertikale Achse und die Symmetrie ausschlaggebend sind. An der richtigen Position des Beckens sowie der vertikalen Achse müssen Reiterin und Reiter besonders arbeiten, weil dadurch eine Asymmetrie des Beckens viel weniger deutlich ist. Denn eine solche ist fast unvermeidlich, da gemäss der Weltgesundheitsorganisation 7 von 10 Menschen an einem Beckenschiefstand leiden.

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