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Senioren Impfen

Im Hintergrund Pferde auf dem Paddock, im Vordergrund ein Tierazt mit einer Spritze, parat zum Impfen

 

Impfschutz im Alter: Warum auch Pferdesenioren geimpft werden müssen.


„Mein Pferd ist alt und steht nur noch auf der Koppel – muss ich es überhaupt noch impfen?“ Diese Frage stellen sich viele Pferdehalterinnen und Pferdehalter. Beim Webinar der Stiftung Pro Pferd räumte Dr. med. vet. Franziska Remy-Wohlfender, Inhaberin einer Tierarztpraxis und Leiterin von der Fachstelle Equinella mit diesem Irrtum auf und erklärte, gegen welche Krankheiten Pferde geschützt werden müssen und wie das Schweizer Impfschema aussieht.


Impfschutz gilt bis ans Lebensende Auf die Frage aus dem Publikum, ob bei älteren Pferden auf regelmässige Auffrischungsimpfungen verzichtet werden könne, gab die Expertin eine eindeutige Antwort: Der Impfschutz muss bis ans Lebensende regelmässig aufgefrischt werden. Auch Senioren, die auf der Weide stehen oder keinen Turniersport mehr gehen, benötigen diesen Schutz:

  • Übertragbare Krankheiten:  Steht ein älteres Pferd mit anderen zusammen oder hat Kontakt zu Nachbarpferden, ist es Infektionserregern wie den hochansteckenden Influenza-Viren ebenso ausgesetzt wie ein Sportpferd.

  • Nicht-übertragbare Krankheiten: Bei Tetanus spielt der Kontakt zu anderen Tieren gar keine Rolle. Das Bakterium Clostridium tetani lauert überall, auch im Boden und kann über kleinste Verletzungen eintreten.


Die wichtigsten Impfungen im Überblick (Schweizer Impfschema)

Dr. Franziska Remy-Wohlfender stellte im Vortrag die zentralen Impfungen für Pferde in der Schweiz vor:


  • Tetanus (Wundstarrkrampf) – Lebensrettend: Equiden sind sehr empfindlich für Tetanus, Toxine schädigen das muskelsteuernde Nervensystem. Es kommt zu unkontrollierbaren Muskelkrämpfen (u.a. der Kaumuskulatur), sägebockartige Stellung, Vorfall des 3.Augenlids sowie Krämpfe der Atemmuskulatur und ersticken. Die Erkrankung verläuft in vielen Fällen tödlich. Da es keine Herdenimmunität gibt, ist die Impfung für jedes Pferd unverzichtbar. Nach der Grundimmunisierung wird der Schutz laut Schweizer Impfschema alle 2 Jahre aufgefrischt. Die Impfung hat kaum Nebenwirkungen.

  • Equine Influenza (Pferdegrippe) – Schutz vor Ansteckung:  Der Virus überträgt sich durch direkten oder indirekten Kontakt mit virenhaltigen Tröpfchen aus Nasensekret z.B. durch Schnauben oder Husten (Tröpfcheninfektion) und verursacht hohes Fieber, Husten, Nasenausfluss, Fressunlust sowie häufig eine sekundäre bakterielle Bronchitis resp. Bronchopneumonie. Der Virus verändert sich periodisch, daher sind stets Anpassungen des Impfstoffs notwendig. Die Auffrischung wird jährlich empfohlen (für Sportpferde je nach Verband halbjährlich). Die Impfung hat kaum Nebenwirkungen.

  • Risikobasierte Impfungen:  Je nach Haltung und Einsatz bleiben Impfungen wie gegen das Equine Herpesvirus (EHV-1/-4) oder das West-Nil-Virus (insbesondere bei Reisen in Risikogebiete wie das Tessin) auch im Alter relevant.



Fazit Ob Jungpferd oder Senior im Ruhestand: Regelmässige Impfungen schützen dein Pferd nicht nur vor schweren Krankheitsverläufen, sondern helfen auch, Ausbrüche von Infektionskrankheiten in der gesamten Pferdepopulation zu verhindern. Das Einhalten der Impfintervalle sichert auch älteren Pferden einen geschützten Lebensabend.


Foto: istock/Jevtic

 


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