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Fliegenplage im Stall: Warum der Ventilator alleine nicht reicht - und wie biologischer Schutz wirkt

21. Aug.
2 Min. Lesezeit

Im Sommer leiden Pferde im Stallgebäude oft massiv unter Fliegen und Stechinsekten. Viele Stallbetreiber setzen auf Ventilatoren, um Linderung zu verschaffen. Doch wer sich alleine darauf verlässt oder den Ventilator falsch platziert, verschenkt wertvollen Schutz. Prof. Dr. med. vet. Conny Herholz von der HAFL erläuterte im Webinar der Stiftung Pro Pferd, wie modernes Stallmanagement und biologischer Insektenschutz Hand in Hand gehen.

Der Ventilator-Effekt: Mechanischer Windschutz mit Tücken Kleine Insekten wie Gnitzen (Culicoides) oder Fliegen sind schwache Flieger. Eine gezielte Luftströmung mit einer Windgeschwindigkeit von etwa 10-15 km/h erschwert es ihnen erheblich, auf dem Pferd zu landen.

Worauf du bei der Platzierung achten musst Ein häufiger Fehler im Stall ist die falsche Ausrichtung. Erzeugt der Ventilator lediglich Zugluft am Kopf des Pferdes, kann dies zu Augenentzündungen führen, während der Rest der Box ungekühlt und im Windschatten bleibt - ein Paradies für Fliegen. Ventilatoren sollten so montiert werden, dass sie den gesamten Aufenthaltsbereich sanft belüften, ohne Punktbelastungen zu erzeugen.

Die biologische Geheimwaffe: Schlupfwespen richtig einsetzen Neben mechanischer Luftbewegung bietet die biologische Bekämpfung durch Schlupfwespen eine effektive Methode, um den Fliegendruck im Stall von Grund auf zu senken. Schlupfwespen nutzen die Puppen von Haus- und Stallfliegen für ihre eigene Fortpflanzung und stoppen die Vermehrung, bevor die Fliegen überhaupt schlüpfen.

  • Aufs Timing achten:  Obwohl monatliche Ausbringungen weit verbreitet sind, zeigen Studien, dass eine wöchentliche bis zweiwöchentliche Frequenz deutlich wirksamer ist, um den Entwicklungszyklus der Fliegen dauerhaft zu unterbrechen.

  • Gezielt verteilen: Schlupfwespen wirken nicht gegen bereits ausgewachsene, fliegende Insekten. Verteile sie deshalb nicht irgendwo, sondern direkt an den Brutstätten: unter den Futtertrögen, an Rändern von Liegeflächen und im Dungbereich.

  • Kombination mit Netzen:  Schutznetze (z. B. aus Polypropylen) an den Stallfenstern und Öffnungen halten zusätzlich bis zu 98 % der Mücken aus dem Gebäude fern. 

 

 

Fazit: Gezielter Insektenschutz im Stall erfordert kein einzelnes Wundermittel, sondern ein durchdachtes Zusammenspiel verschiedener Massnahmen. Während Ventilatoren und Schutznetze mechanische Barrieren bilden, lassen sich Fliegenpopulationen durch den regelmässigen, gezielten Einsatz von Schlupfwespen nachhaltig biologisch eindämmen. Erst die Kombination aus diesen Massnahmen, ergänzt durch konsequentes Stall- und Weidemanagement, sorgt für einen wirksamen und dauerhaften Schutz der Pferde.

 



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